Sonne, Wolken, leichter Wind vom Meer her. Kreta. Sisi,. Kaffee im Kafenion, griechische Musik im Hintergrund. Das Handy klingelt. Andreas ruft mich an. Erstaunen meinerseits.
„Hey, ich bin’s. Wie geht’s?“
„Ich seh, wer dran ist, hallo Bäumi, ich grüß Dich. Was willste? Ich sitze auf Kreta beim Kaffee und lasse die Sonne scheinen.“
„Oh, dann mach mal schön Urlaub. Aber wir müssen mal wieder eine Veranstaltung machen. Du kannst doch aus deinen neuen Werken lesen.“
„Können wir gerne machen, doch dazu müsste ich erstmal wieder etwas schreiben.
„Du hast doch Urlaub, lass dir dort etwas einfallen. Ciao, bis bald!“ So isser. Kurz und knapp genuschelt.
Der Herr stellt sich das wahrscheinlich so einfach vor. So einfach wie einen Einkaufszettel schreiben. Oder eine Bestellliste für die Hofschänke. So einfach wie: an den Schreibtisch setzen und eine Geschichte aufschreiben. Kann ja wohl nicht so schwer sein. Was soll ich sagen. Ja und nein. Stimmt nicht, und doch, wenn’s läuft, dann stimmt’s. Wenn man mal das Thema hat, den Anlass, oder die Idee, dann kann das schon mal schnell gehen und eine, zwei drei vier und mehr Seiten geschrieben sein. Aber bis dahin? Bis dahin ist es manchmal echt eine Quälerei. Die Themen liegen zwar eigentlich auf der Straße - nur: finden muss man sie. Und dann eine Idee haben, wie man darüber schreiben kann.
Wir haben uns dann ein paar Wochen später getroffen. Da dachte ich, den Spieß einfach mal umdrehen zu können.
„Pass auf, wir machen ein Deal, wie man heute auf neudeutsch so sagt“, versuchte ich ihn zu locken. „Zwei Vorschläge von mir, und Du kannst Dir dann einen aussuchen.“
Skeptischer Blick.
„Also, da dass eine gemeinsame Veranstaltung sein soll: Du suchst Dir Themen aus, schickst mir einmal in der Woche ein Stichwort - und ich schreibe dazu mehr oder weniger lange Texte, die ich auch vorlese.“
Kopfschütteln. Nuschelgeräusche.
„Zweiter Vorschlag: wir lockern die Veranstaltung auf, machen Text und Musik. Ich lese meine Texte vor und Du spielst Musik auf Deinem Klavier. Das wird ein Spaß!“
Heftigeres Kopfschütteln. Noch mehr Nuschelgeräusche. Dann stand er auf, verlies sein Büro, schlenderte in den Schankraum, stellte die Kaffeemaschine an.
„Willst Du einen Kaffee?“
Damit war er fertig mit meinen Ideen. Ich hab’s versucht. Ein paar neue Geschichten hab ich trotzdem.

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