„Ohne Holland, fahren wir zurück!“ - an diesen (leicht umgedichteten) Klassiker hatte wohl der Busfahrer gedacht, der die Gruppe Touristen wieder zurück nach Rethymnon bringen sollte und war gefahren. Ohne durchzuzählen, ohne Rücksicht auf Verluste.
Und da standen sie nun, Jan und Luzie, zwei Nederlandse, verloren, auf dem Parkplatz, beim Kloster Arkardi auf Kreta, in windiger Höhe. Kein Wohnwagen, kein Bus, keine Zukunft - die Stadt und damit ihr Hotel 25 kretische Kilometer und 500 Höhenmeter entfernt… Unverständiges Kopfschütteln von Autofahrern und -innen. Bis sie an uns gerieten, einer Kölner Hollandversteherin von Geburt (und der Sprache durchaus mächtig) und ihrem Fahrer.
Zu interessant sei das Kloster gewesen, zu viele Fotos hätten sie gemacht und da sein ihnen die Zeit davon geflogen. Ob wir sie vielleicht mitnehmen könnten, ob wir vielleicht auch in die Stadt fahren würden - sie würden auch bezahlen wollen…
Mitnehmen, na klar. Geld, nee danke, wir haben ja den gleichen Weg. Und: jeden Tag eine gute Tat! Ist doch ein schönes Gefühl, jemanden aus dem Schlamassel helfen zu können.
Also auf (oder besser gesagt serpentinenbergab) nach Rethymnon,. Hafenstadt, viel Geschichte, entzückende labyrinthische Altstadt, gut erhaltener alter venezianischer Hafen, Kirchen und Moscheen (das osmanische Reich war zwischendurch auch mal hier), viele kleine kreative Geschäfte mit Leder und Schmuck und Schmuck und ….Und Kafenions, und Cafes, und vielen Student/innen, die das kulturelle Leben aufmischen.
Wir setzen das überglückliche Paar am Hafen ab, fahren eine Parkplatzsuchrunde durch schmale Gassen, lassen uns treiben und freuen uns, das wir nicht vergessen werden können. Heimreise ist gesichert.
Kloster Arkadi jedenfalls, das zuvor besichtigte , ist nicht nur optisch wuchtig beeindruckend und kann nicht nur Holländer/innen lange fesseln. Es ist das bedeutendste Nationaldenkmal auf Kreta und einer der geschichtsträchtigsten Orte ganz Griechenlands. Es liegt auf einer saftig grünen Hochebene am Fuße des Psiloritis-Gebirges, umgeben von Olivenhainen, Zypressen und himmlischer Ruhe. „Im Jahr 1866 wählten hier Hunderte Kreter den Freitod, anstatt sich dem Feind zu ergeben. Kaum ein anderer Ort auf Kreta steht so sehr für den Freiheitskampf der Insel gegen die einstige osmanische Unterdrückung wie Arkadi.“ (Zitat: greece-moments.com)
Da kann man schon mal die aktuelle Zeit und den Bus vergessen.






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