Und dann immer die Frage: was nehm ich zum Lesen mit in den Urlaub? Klar: Bücher. Meist Taschenbücher, Einbände sind ja eher schwerer und zu groß für den kleinen Koffer. Manche Leute schwören daher, so hab ich gehört, mittlerweile auf so kleine Taschencomputer für Elektronicbooks (Kinder - oder wie die heißen). Da kann man wohl mehrere Titel speichern und am Bildschirm lesen. So ein Teil kommt mir allerdings nicht ins Haus. Mag ich nicht. Ich muss ein Buch fühlen und riechen und blättern. Und natürlich: schleppen. Aber das ist es mir Wert.
Aber auch dabei muss die Auswahl wohl überlegt sein. Da die Anzahl mehr oder weniger begrenzt ist (siehe Gewicht und Platz und so), sind Genre und Titel genau abzuwägen. Krimis gehen immer, aber zu spannend dürfen die auch nicht sein, sonst ist der Lesevorrat am dritten Tag schon aufgebraucht. Also: die Mischung macht’s.
Zuhause schon reingeschaut und auf dem Urlaubsbalkon mit zunehmendem Spaß gelesen: „America fantastica“ von Tim O’Brien (HarperCollins) - eine bitterböse Satire auf die Absurditäten der Gegenwart (nicht nur in den USA) und ein erschreckendes Gemälde eines Landes in der Lügenkrise. Absolut empfehlenswert.
Mick Herron und die lakonischen Geschichten rund um die abgehalfterten Ex-Spione des MI 5 im ‚Slough House‘ in London gehen immer. Aktuell „Bad actors“ (bei Diogenes Verlag) Herrlich spannend, sarkastisch, schräg. Aber die Bücher sind so Kandidaten fürs schnell durchlesen. Also: nur, wenn noch Ersatz im Koffer liegt oder die Urlaubstage sich dem Ende zu neigen.
Was immer geht: irgendwas mit Goethe. Die Lektüre kann man strecken. Konnte man schon immer. Er hat ja auch genug geschrieben. Oder wie im Fall des neuen Buches von Gustav Seibt „Ein Sommer mit Goethe“ (CH Beck Verlag), der im Vorwort gerade dazu rät, die Etappen über Goethes Leben und Wirken (Geschichten über die Entstehung einzelner Gedichte und Texte, historische Einordnung garniert mit passenden Gedichtzeilen) in kleinen Häppchen über den Sommer verteilt zu lesen. Entzückend. So soll es sein, so wird es sein.
Und wenn das nicht reicht, dann schauen wir mal, was die kleine Auswahl der Hotelbuchecke so zu bieten hat.

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